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13.12.2016

Einmal blind frühstücken

In den capito-Sensibilisierungsworkshops erlebt man die Welt aus der Sicht von Menschen mit Einschränkungen und wird dabei für Barrieren sensibilisiert, von den man nie gedacht hätte, dass sie welche sind.

Wie ist es, blind zu frühstücken? „Wo ist die Marmelade, wo der Teller?“. Sich auf dem Tisch zu orientieren, den Tisch zu decken und selbst eine Scheibe Brot abzuschneiden ohne zu sehen, verschafft Eindrücke, die nicht so schnell wieder vergessen werden. Eine andere Perspektive einzunehmen und nachzuerleben, wie schwierig es ist, als Mensch mit Einschränkungen den Alltag zu bewältigen, ist das Ziel des Sensibilisierungsworkshops.

In moderierten Kleingruppen werden in verschiedenen Lebensbereichen Körperbehinderungen, psychische Erkrankungen und Lernbehinderungen simuliert. Ernährung, Mobilität, Arbeit, Freizeit und Versorgung sind für gesunde, junge Menschen ohne Einschränkungen normal und niemand macht sich darüber viele Gedanken. Doch spätestens wenn das Alter näher rückt, sind Einschränkungen im Leben zu erwarten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der capito-Sensibilisierungsworkshops erleben die Welt aus der Sicht von Menschen mit Einschränkungen und werden dabei für Barrieren sensibilisiert, indem sie in ganz typische Situationen hineingeführt werden. Die Workshops sind individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche der Teilnehmenden angepasst. Wir gestalten den Workshop aktiv für die Teilnehmenden, jeder kann alles selbst ausprobieren und selbst erfahren, mit welchen Barrieren Menschen mit Behinderungen im Alltag konfrontiert werden.

Als Fahrdienstleitung selbst im Rollstuhl zu sitzen und mit der Hebebühne in einen Bus einzusteigen bietet neue Erfahrungen. Gehörlos oder im Rollstuhl sitzend die Straße zu überqueren, blockiert schon mal den Verkehr. Blind oder stark sehbeeinträchtigt den Schleswiger Dom zu besuchen und Begegnungen mit Passanten zu haben, gibt einen kleinen Einblick in die Welt voller Barrieren und lässt das Wort „Barriere“ in einem anderen Licht erscheinen.

Wir hoffen, dass die Erfahrungen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern lang in ihrer Erinnerung bleiben und sie anregen die eigene Haltung zu überdenken. Die Geschäftsleitung der NGD-Gruppe, die Einrichtungsleitungen des Geschäftsbereiches Kinder- und Jugendhilfe, Kindertagesstätten und Sozialpsychiatrie sowie die Fahrdienstleitungen der NGF waren schon dabei.

Im Jahr 2017 bieten wir wieder weitere eintägige Sensibilisierungsworkshops an.
Bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

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